FDP Brühl
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Harmonischer Wahlkampf wurde zum Kampf der Extremen

Erstmals kandidiert ein Stadtverband der AfD auch bei den Brühler Kommunalwahlen.

Die AfD wirbt mit einem Sammelsurium von Forderungen, die, so scheint es teils, aus den Wahlprogrammen der anderen etablierten Parteien abgeschrieben wurden. Das Kapitel Flyers des Stadtverbandes der AfD zur Integration und Migration zeigt aber das wahre Gesicht dieser Partei, weshalb auch Teile der Bundespartei unter der Beobachtung des Verfassungsschutzes sehen.

Dennoch ist die Kandidatur der AfD in Brühl ihr demokratisches Recht.  Das schließt -wie vergangenen Samstag mit einem AfD- Wahlkampfstand auf dem Brühler Markt – ihr Recht ein, öffentlich für ihre Ziele zu werben.

Die AfD weiß aber, dass daher keine der Parteien im Rat mit der AfD zusammenarbeiten will und zelebriert sich als Opfer, so wieder geschehen am Samstag auf dem Brühler Markt und in ihren nachfolgenden Statements in den sozialen Medien.

Die Kölner Antifa und andere Jugendliche demonstrierten an diesem Samstag, womöglich nicht angemeldet, zunächst friedlich mit Abstand gegenüber dem AfD Stand. Dann stellten sie sich in einer Kette direkt vor den Stand, schützten sich gegen das Filmen der AfD mit Regenschirmen und entrollten ein Transparent, ohne dass es zu erkennbaren Zusammenstößen kam.

Statt wie es unter Demokraten üblich ist, untereinander mit den friedlichen Demonstranten ein friedliches Ende der Aktion zu verhandeln, rief die AfD erwartbar direkt die Polizei, die dann auch kam, was allgemeine Hektik auf beiden Seiten verursachte. Einige der Demonstranten sahen sich veranlasst, über die Kreissparkassenpassage zu flüchten, worauf die Polizisten diesen spektakulär im Laufschritt nacheilten.

All dies gab einem offenbar der  AfD angehörigen Mitglied oder mit der AfD Sympathisierenden  wohl scheinbare Legimitation, Hilfssheriff-mäßig  eine völlig unbeteiligte Radfahrerin, die auf ihrem  Rad nichts wissend in die Passage einbiegen wollte,  umzuschubsen und, als diese protestierend vom Boden aufstehen wollte,  sich auf sie zu stürzen und sie am Boden zu fixieren.

Die Polizei hatte alle Hände voll zu tun diese Situation unter Kontrolle zu bringen, was Ihr auch gelang. Die juristische Aufarbeitung wird wohl noch etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Der Vorgang zeigt aber erneut, dass die AfD und auch ihr Brühler Stadtverband, wie ihr Flyer belegt, mit ihrer Migrationsfeindlichkeit ganz bewusst Widerspruch provozieren will. Kommt es zum Widerspruch, wenn auch mit den durchaus zu hinterfragenden Mitteln der Demonstranten, dann ist die AfD nicht nur Opfer, man scheut offenbar aber auch vor Handgreiflichkeiten nicht zurück, statt vernünftig und deeskalierend zu handeln.

Die Brühler FDP, die sich letztes Jahr noch an einer großen Anti-AfD Demonstration beteiligt hatte, kann nur hoffen, dass die Brühlerinnen und Brühler verantwortungsbewusst bei der Kommunalwahl am 13.09.2020 wählen werden und die AfD gar nicht in den Rat kommt. Andernfalls wird die Brühler FDP-Fraktion die schärfste Gegnerin der AfD mit Ihrer Ausländerfeindlichkeit, Geschichtsvergessenheit und Hetze sein.


9. September 2020

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