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Fraktionsmitteilung

12. Juli 2017

  Steht Brühl ein Schulstreit ins Haus?

FDP Logo 2015   Offenbar bereiten sich einige Fraktionen des Brühler Stadtrates darauf vor, die Brühler Schullandschaft tiefgreifend zu verändern. Die Fraktion der Linken / Piraten startete in der Ratssitzung am 10.07.2017 mit ihrem Antrag, die Clemens August Schule - Brühls einzige Hauptschule - innerhalb von 5 Jahren abzuwickeln und eine neue Gesamtschule zu gründen. Hierin soll auch die städtische Erich Kästner Realschule aufgehen. Der Linken-Fraktionsvorsitzende Riedel schwärmte, dann gebe es in Brühl (neben den erzbischöflichen Schulen) nur noch ein städtisches Gymnasium und zwei städtische Gesamtschulen. Der Antrag wurde zwar abgelehnt, SPD, CDU und Grüne verwiesen jedoch darauf, das Raumprogramm für eine evtl. Mitbenutzung von Hauptschulräumen durch die Gesamtschule werde gerade geprüft. Offen sprach die Grünen-Fraktionsvorsitzende Frau Mäsgen davon, die Grünen wünschten eine neue integrierte Sekundarschule und erntete bei ihrem Koalitionspartner, der CDU, keinen Widerspruch.

  Die geführte Diskussion zeigt für die Brühler FDP Fraktion, dass Brühl zum schulpolitischen Experimentierfeld werden könnte. Statt die Vielfalt des Brühler Schulangebotes erhalten zu wollen, wird die Arbeit der Hauptschule durch falsche Prognosen zu den Schülerzahlen konterkariert und die Kinder, Eltern und Lehrer der städtische Realschule gleich mit verunsichert, kritisiert FDP Fraktionsvorsitzender Jochem Pitz. Dabei werden die tatsächlichen Schülerzahlen, auf die der Bürgermeister ausdrücklich hingewiesen hatte, offenbar bewusst ignoriert. Die Hauptschule kann weiter mit 1,5 Eingangsklassen arbeiten und sogar ab der Jahrgangsstufe 7 drei Klassen bilden, weil sie viele Schüler, die sich nicht an den Realschulen zurechtgefunden haben, aufnimmt. Zudem wird gerade in der Hauptschule die Inklusion gelebt, nachdem unter der rotgrünen Landesregierung die Förderschulen systematisch schlecht geredet wurden und die Eltern zur Hauptschule ausgewichen sind. Auch viele Flüchtlinge finden sich besser in der Hauptschule zurecht.

  Die engagierten Hauptschullehrer und Lehrerinnen können sich dank kleinerer Klassen individuell um ihre Schüler, die oft auch von zu Hause wenig Unterstützung erhalten, kümmern, hebt die FDP Fraktion hervor. Im Zuge des Fachkräftemangels finden die Schulabsolventen auch wieder gute Chancen, eine Lehrstelle zu bekommen. Die gute Arbeit wurde zwar in der Ratssitzung durchgängig gelobt, wenn aber zugleich die Schließung der Hauptschule offen diskutiert wird, werden weiter unberechtigtes Mißtrauen und Vorurteile gegen die Schulform geschürt, warnt Pitz.

  Brühl, so die FDP Fraktion, sollte froh über die Angebotsvielfalt sein. Obwohl die rotgrüne Schulpolitik im Land gerade krachend gescheitert ist und die positiven Schülerzahlen keinen Handlungsbedarf signalisieren, wollen offenbar die Ratsfraktionen der Linken und der Grünen ihre schulpolitische Ideologien durch unausgegorene Experimente in Brühl fortführen.

Jochem Pitz
Vorsitzender der FDP Fraktion
im Rat der Stadt Brühl