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Fraktionsmitteilung

18. Februar 2016

  Errichtung eines Containerdorfes

Containerdorf   Anfrage zum Hauptausschuss am 22.02.2016 Tagesordnungspunkt 3: Errichtung eines Containerdorfes

  Sehr geehrter Herr Bürgermeister Freytag, zu Ihrer Beschlussvorlage zum Bau eines weiteren Containerdorfs hat unsere Fraktion folgende Fragen, verbunden mit der Bitte um Beantwortung:

  1. 8o Container kosten bei einem Gesamtkaufpreis von 2.75 Mill. € gerundet 34.000 € je Stück. Wie viel kosteten vergleichbare Container im Jahr 2014 und wie hoch ist der Preisaufschlag infolge der Knappheit der Container?

  2. Werden die Anschaffungskosten für das Eigenkapital aktiviert? Wie hoch ist der jährliche Abschreibungsbedarf über welchen Zeitraum? Wie viel wird für einen gebrauchten Container nach ca. 5-10 Jahren auf dem Markt bezahlt, gibt es entsprechende Preise aus dem Jahr 2014?

  3. Geschaffen werden ca. 2200 qm Bruttogrundfläche ohne Flur, bei Baukosten von 3,37 Mill. € entspricht dies 1.530,00 € je qm. Wie viel kostet der qm in Massivbauweise bei einfachem Standard? Wie verhalten sich die Kosten je m² und m³ zu den Vergleichswerten des Baukostenindex?

  4. Werden auf dem Markt Häuser angeboten, die dem Bedarf entsprechend schnell, ggf. als Holzhäuser oder Fertighäuser, mit vergleichbaren Nutzflächen, aber längerer Nutzbarkeit gebaut werden können. Wie hoch ist der Preis je qm?

  5. Je Schlafstelle kostet das Vorhaben 16.000 € bei ca. 10 qm je Person, umgelegt auf die wirklich geschaffenen Mehrunterkünfte von ca. 170 Personen kann man auch einen Preis von 20.500 € errechnen. Warum wird nicht erstmal an anderer Stelle das Dorf geplant, so dass die vorhandene Anlage verbleiben kann?

  6. Wie hoch kalkuliert der Bürgermeister eine kostendeckende Miete je Person und wie hoch ist – bezogen auf die Flüchtlingspauschale - die Unterdeckung je Person, soweit man die weiteren Fixkosten vorab in Abzug bringt? Ist es richtig, dass die Stadt diese Mieteinnahme indirekt als Kosten der Unterkunft wieder über die Kreisumlage zahlt?

  7. Soweit die Stadt mittelfristig Wohnungen im sozialen Wohnungsbau über die Gebausie GmbH bauen lässt, um das Containerdorf überflüssig zu machen, und auch diese Bauten durch Steuergeld subventioniert werden, - welche Kosten trägt die öffentliche Hand je Unterkunftsplatz auf einen Zeitraum von 15 Jahren?

  8. In welchem Zeitraum können 220 Wohnungen in Massivbauweise, gerechnet ab dem 22.02.2016, über die Gebausie GmbH auf städtischem Grund in einer der vorgesehenen Baugebiete geschaffen werden?

  9. Würde die Stadt ohne die Verschiebung bislang geplanter investiver Maßnahmen in die Haushaltssicherung geraten?

Jochem Pitz
Vorsitzender der FDP Fraktion
im Rat der Stadt Brühl