Fraktions-Mitteilung

Mitteilung der FDP-Fraktion vom 25.09.2012

Alte Fehler bei der Integration nicht wiederholen!

 Die Eurokrise wirkt sich auch in der Stadt Brühl aus, ohne dass die Brühler dies direkt wahrnehmen.

 Wegen der hohen Arbeitslosigkeit in Griechenland, wandern viele griechische Familien aus und suchen ihr Glück insbesondere in Deutschland. Häufig sind die schon in Deutschland lebenden griechischen Verwandten erste Anlaufstation. Die ca. 800 in Brühl lebenden Mitglieder der griechischen Gemeinde helfen, wo sie können. Der griechisch orthodoxe Priester Miron berichtet, dass derzeit jede Woche 2 Auswanderfamilien in Brühl eintreffen. Dies sind Zahlen, die mit denen aus den 60iger Jahren vergleichbar sind.

 Die Einwanderer, häufig gut ausgebildet, sind jedoch meistens der deutschen Sprache nicht mächtig, weil sie die jüngste Wirtschaftskrise unvorbereitet traf und Deutschkurse in Griechenland, so auch die Berichte der Bundesregierung, völlig ausgebucht sind.

 In der letzten Sitzung des Integrationsausschusses hat die FDP Fraktion daher beantragt, die Neubürger- und bürgerinnen zu unterstützen und insbesondere Sprachkurse anzubieten. Der in dieser Legislaturperiode neu gegründete Integrationsausschuss solle sich um die neuen Einwanderer von der ersten Stunde an intensiv kümmern, um so die alten Fehler, die früher im Zuge der Integration ausländischer Mitbürger gemacht wurden, zu vermeiden.

 Der Bürgermeister verwies in seiner Stellungnahme allerdings auf die fehlende Zuständigkeit der Stadt, Deutschkurse durchzuführen, - jedoch biete die VHS solche Kurse in derzeit noch ausreichender Zahl an. Die Erörterung im Ausschuss schuf ein erstes Problembewusstsein und der Bürgermeister bot den griechischen Gemeindevertretern ein Gespräch an, um weitere Hilfestellung zu überlegen.

 Da nicht nur Griechen, sondern auch Spanier verstärkt nach Deutschland auswandern, mangels Deutschkenntnisse jedoch zunächst allenfalls Aushilfstätigkeiten ausüben können, sollten alle Institutionen, so FDP Fraktionsvorsitzender Jochem Pitz, verstärkt zusammenarbeiten, um so auch das berufliche Potential, das in der Einwanderungswelle liege, zu nutzen. Die Brühler, da ist sich die FDP sicher, verstehen, dass viele Griechen angesichts der wirtschaftlichen Perspektivlosigkeit in ihrem Heimatland sich eine neue Existenz Brühl aufbauen wollen. „Für den Integrationsausschuss, der nicht unumstritten ist, gibt es doch keine bessere Chance als diese, seine politische Berechtigung zu beweisen!“, meint Pitz.