Fraktions-Mitteilung

Mitteilung der FDP-Fraktion vom 24.06.2012

FDP: Projekt der neuen Feuerwache noch nicht entscheidungsreif

Seit 30 Jahren rücken die Brühler Feuerwehrleute von ihrer Wache in Brühl Ost aus und haben vielen Brühlern ihr Leben gerettet. Über die Autobahn oder die K7 sind, so die Überlegung der damaligen Planer, die Einsatzwagen auch schnell im Norden oder Süden der Stadt. Nie kam bislang der Vorwurf, die Wehr sei infolge ihres Standorts am Rande der Stadt zu spät am Brandort eingetroffen.

Die Forderung, dass 9 Feuerwehrleute ab Alarmierung innerhalb von 8 Minuten am Brandort sein müssen, ist unbestritten, Uneinigkeit besteht jedoch in der Frage, ob die Plan- Eintreffzeit wirklich für 100 % des Stadtgebietes gewährleistet sein muss. Je nachdem, wie die Antwort ausfällt, ist die Stadt Brühl entweder gezwungen, etwa 18 Millionen Euro in eine neue Feuerwache zu investieren. Akzeptiert man dagegen eine nur 90%ige Zielerreichung, wäre ihr Stadtrat wohl in der Lage, freiwillig zu entscheiden, ob ihm eine Steigerung der Leistungsfähigkeit ihrer Feuerwehr so viel Geld wert ist.

FDP Fraktionsvorsitzender Jochem Pitz: „Die Stadt ist in der Zwickmühle. Wie sollen die Städte und Gemeinden ihre Haushalte konsolidieren, wenn sie aufgrund neuer Anforderungen ständig ihre städtische Infrastruktur, so auch bei der Feuerwehr, nachrüsten müssen? Andererseits darf es bei der Brandbekämpfung keine Bürger erster und zweiter Klasse geben. Niemand kann ausschließen, dass die Feuerwehr bislang auch nur Glück hatte, bei Bränden am Stadtrand nicht zu spät gekommen zu sein“

Um diese, für die Stadt wichtige Entscheidung treffen zu können, muss, so die FDP Fraktion, erst einmal zureichend geprüft werden, ob der ins Auge gefasste Standort der Feuerwache an der Liblarer Straße / Römerstraße wirklich die Vorteile besitzt, die eine solch große Investition rechtfertigen. Da die Römerstraße die mit Abstand meist befahrene Straße unserer Stadt ist, bestehen doch erhebliche Zweifel, ob die ausrückenden Fahrzeuge nicht im Stau stecken bleiben und sich die theoretisch errechneten , wesentlich kürzeren Eintreffzeiten dann im Vergleich relativieren.

Immerhin haben die Verkehrsgutachter eine grundsätzliche Machbarkeit bejaht, wenn die Ampeln intelligent geschaltet würden. Falls jedoch die, für den zweiten Einsatztrupp genauso gebrauchten freiwilligen Feuerwehrleute, die mit ihren Autos zur Wache brausen wollen, dann wegen der Ampelschaltung nicht weiterkommen, wäre das Projekt bereits grundsätzlich gefährdet.

Soweit in der Stadt ein breiter Konsens besteht, dass für eine effektive und optimal angesiedelte Feuerwehr 18 Millionen Euro, die im wesentlichen über einen Kredit finanziert würden, ausgegeben werden sollen und die angesprochenen Probleme ausräumbar sind, wäre, so Pitz, auch die FDP Fraktion bereit, den Neubau der Feuerwache im Rat der Stadt Brühl zu unterstützen.