Antrag
der FDP-Fraktion vom 22.06. 2009
Schlosspark-Nutzungskonzept
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Kreuzberg,
die FDP-Fraktion bittet Sie, den nachfolgenden Antrag auf die Tagesordnung
der nächsten Ratssitzung zu setzen:
Der Bürgermeister wird beauftragt, mit dem Land NRW bzw. der
Schlossverwaltung zu verhandeln über die gemeinsame Inauftraggabe
eines Veranstaltungs-, Nutzungs- und Gestaltungskonzepts.
Begründung:
Die nunmehr
34 Deutschen Weltkultur-Erbestätten erfreuen sich wachsenden Interesses.
Auch unsere Brühler Schlösser verzeichnen steigende Besucherzahlen,
von denen auch die Hotellerie und Gastronomie der Stadt immens profitieren.
Das 25-jährige Weltkulturerbe-Jubiläum wurde dieses Jahr zu
Recht gefeiert.
Da Schloss
Augustusburg und der Schlosspark zur Brühler Innenstadt direkt benachbart
sind, sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wechselbeziehung
zwischen Stadt und Schloss in Brühl besonders günstig.
Solche
Wechselbeziehungen herzustellen, gelingt nicht immer. Das städtebaulich
völlig deplazierte und kaum genutzte Parktor, verschämt versteckt
hinter dem Rathaus, spricht hierfür Bände.
Andererseits
kann nur begrüßt werden, dass die Schlossverwaltung das Schloss
und den Schlosspark auch für junge Besucher wieder attraktiv gestalten
möchte, so durch kulturelle Veranstaltungen anlässlich der Wiederaufstellung
von Jahreszeit-Skulpturen am Spiegelweiher. Gleiches gilt für das
Jubiläumsfest Anfang Juni. Das Feuerwerk zu den Festspielen ist seit
Jahrzehnten fester Bestandteil des Brühler Kulturgeschehen.
Auch
die Stadt nutzt den Schlosspark für ihre Veranstaltungsreihe "Brühler
Markt" oder für den Familientag der Kunst- und Musikschule mit
einem spannenden Konzept, welches sich über den Schlosspark bis zum
Schloss Falkenlust erstreckt.
Die positiven
Ansätze sind aus Sicht der FDP-Fraktion jedoch ausbau- und verbesserungswürdig,
auch wenn natürlich die Weltkulturerbestätten ihre Denkmalwürde
behalten müssen und nicht zu einer wöchentlichen Veranstaltungsbühne
mutieren sollen.
Die Möglichkeiten,
die das Ensemble bietet, sollten jedoch in einem gemeinsamen professionellen
Ideenwettbewerb gesammelt und auf eine Umsetzbarkeit geprüft werden.
Erfahrungen anderer vergleichbarer Veranstaltungsstätten sollten
gesammelt und ausgewertet werden, gerade auch im Hinblick auf vorhandene
oder mögliche Wechselbeziehungen zwischen Stadt und Denkmal.
Einhergehen
muss die professionelle Prüfung durch hierauf spezialisierte Planungs-
und Veranstaltungsagenturen, wie die große Fläche des Schlossparks
für Veranstaltungen besser gestaltet werden kann.
Die bisherigen
Veranstaltungen in diesem Jahr haben sich durch großes Engagement
der Beteiligten, ausgezeichnet, dennoch wirkten manches im großen
Schlosspark "verloren". Zu sehen waren weiße Markisenzelte
aus dem Bauhaus und klein wirkende portable Bühnen sowie eine Mobilschänke
mit wenigen Stehtischen Mit ein paar weißen Schirmen davor konnte
naturgemäß keine Atmosphäre für "rauschende
Feste" schaffen.
Daher
erscheint es sinnvoll, durch Schlossverwaltung und Stadt gemeinsam ein
Planungskonzept zu erstellen, welche Stellen des vorderen Schlossparks
für die Ausrichtung kleinerer und größerer Feste geeignet
ist und welches Veranstaltungmobiliar den "Eventcharakter" stärken
könnte. Vorstellbar wäre beispielhaft die einmalige Anschaffung
von Zelten und Ständen, die in ihrer Farb- und Formengestaltung den
Charakter des Schlosses unterstützen. Damit nicht jedes Fest wie
das andere aussieht, müsste das Mobiliar eine Variabilität gewährleisten.
Neben
der Schlossterrasse und dem vorderen Parkteil bietet der Schlosspark aber
auch eine Vielzahl kleinerer Flächen, an denen kleinere hochwertige
kulturelle Veranstaltungen denkbar sind. Zu nennen wären hier die
Heckenrondelle links und rechts des Schlossgartens, die Sitzecke am Ende
der Nord-Süd-Achse oder das neu gestaltete Ufer des Schlossgrabens.
Aus Sicht
der FDP-Fraktion sollte ein solches Konzept, der Bedeutung und Würde
der Denkmäler entsprechend, professionell durch die Beauftragung
eines entsprechenden Planungsbüros, ggf. auch eines Architektenbüros
erstellt werden. Dies schließt die Einbeziehung der Bürgerinnen
und Bürger der Stadt beispielhaft auch durch einen Ideenwettbewerb
nicht aus. Nach Vorlage eines solchen Konzepts müsste auch über
die finanzielle Umsetzung beraten werden.
Durchaus
nahe liegend ist, dass die Umsetzung auch durch bürgerliches Engagement
Unterstützung finden könnte. Daher regt die FDP-Fraktion ausdrücklich
an, verwaltungs- und fraktionsübergreifend die Gründung eines
Fördervereins für die Schlösser und des Schlossparks zu
unterstützen, gerade auch mit dem Ziel, die in unserer Stadt beheimateten
Weltkulturerbestätten noch mehr ins Blickfeld zu rücken.
Mit freundlichen Grüßen
Jochem Pitz
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