Mitteilung der FDP-Fraktion vom 4. Juni 2009
Newsletter Juni
2009
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1. Wirtschaftskrise schrammt auch Brühl
Das Eisenwerk
Brühl gehört zu den weltgrößten Motorenherstellern
und verzeichnet auf Grund der Wirtschaftskrise einen Auftragsrückgang
von 40 %. Gleichzeitig besteht hoher Investitionsbedarf, weil vorrangig
großvolumige Motoren produziert wurden und der Bau einer Fertigungsstraße
für 3-Zylinder-Motoren einen Investitionsbedarf von 100 Millionen
Euro auslöst. Laut Presse sollen 120 Arbeitsplätze abgebaut
werden und die Belegschaft wird harte Einschnitte beim Lohn akzeptieren
müssen.
Es bleibt
zu hoffen, dass das Eisenwerk Brühl als klassischer Autozuliefer-Betrieb
gestärkt aus der weltweiten Wirtschaftskrise hervorgehen kann.
Dagegen
ist das Phantasialand eigenen Angaben nach optimistisch. Wenn an langen
Urlaubsreisen gespart würde, kämen die Besucher zum Ausgleich
in Freizeitparks.
2. Essen im Gymnasium

Die Schulzeit
zum Abitur wurde zwar auf 12 Jahre verkürzt, der Lehrplan blieb.
Dies hat zur Folge, dass die Unterrichtsstunden immer länger werden
und die Schülerinnen und Schüler auch des Max-Ernst-Gymnasiums
erst nachmittags nach Hause kommen. Daher benötigen sie ein Mittagessen,
zumal dies laut Verordnung bald zwingend vorgeschrieben ist. Bislang wurden
120 Schüler in der Aula provisorisch beköstigt. Jetzt soll eine
Schulmensa gebaut werden für 300 Schüler mit einer Bruttogeschossfläche
von 1.000 Quadratmetern und voraussichtlichen Baukosten von sage und schreibe
2,4 - 2,5 Millionen Euro. Schon aus urheberrechtlichen Gründen wurden
die Architekten des Gymnasiums Bussmann und Haberer und entsprechende
Vorschläge gebeten. Nunmehr ist es Sache des Rates intensiv über
den Bau nachzudenken. Immerhin können evtl. Mittel des Konjunkturpaketes
II genutzt werden.
3. Phantasialand und kein Ende

Das Prüfungsverfahren
über die Erweiterungspläne des Phantasialands sei, so das Landeswirtschaftsministerium,
"ausgesetzt", um die Ergebnisse eines Mediationsverfahrens zwischen
allen Beteiligten abzuwarten. Für das Familienunternehmen bedeutet
dies eine weitere Verzögerung, weitere Kosten und eine nach wie vor
ungewisse Standortzukunft.
Das Beispiel
Phantasialand ist jedenfalls für die sonst CDU geführten Landesministerien
kein Ruhmesblatt und sicherlich kein Aushängeschild für schnelle
Genehmigungsprozesse. Bleibt nur zu hoffen, dass das Phantasialand tatsächlich
den "langen Atem" besitzt und dem Aussetzen ein Einsetzen folgen
wird.
4. Brühler Künstler stellen sich vor
Eine wirklich
gelungene Aktion war die Öffnung der Brühler Künstlerateliers
für interessierte Besucher am Sonntag, den 10. Mai 2009. Initiiert
wurde der "Tag der offenen Tür" durch die Arbeitsgemeinschaft
Kultur. Zahlreiche Künstler öffneten ihre Wohnungen und Ateliers
und waren offenbar erfreut über den regen Zuspruch. Eine Aktion,
die nach Wiederholung ruft.
5. Zukunft des Ausländerbeirats
In einem
Punkt sind sich alle Brühler Parteien einig: So wie bislang kann
es mit dem Ausländerbeirat nicht weitergehen!
Keine
einzige Sitzung der letzten 4 Jahre wurde von den gewählten Mitgliedern
der Gestalt besucht, dass Beschlussfähigkeit bestand. Das auch für
Brühl mit einem relativ hohen Migrationsanteil so wichtige Thema
der Integration hatte im Ausländerbeirat kaum Unterstützung,
da offenbar der Wille zur Mitarbeit bei immer wieder leeren Sitzen gefehlt
hat. Auch für die aktiven Mitglieder war die Situation in den letzten
Jahren derart frustrierend, dass nennenswerte Impulse vom Ausländerbeirat
nicht mehr ausgegangen sind.
Wie die
Migrationspolitik in Brühl durch das Plenum des "Ausländerbeirat"
aktiviert werden kann, ist nicht unumstritten. Die Einrichtung eines gemischten
Ausschusses, der paritätisch mit Vertretern der Fraktionen und gewählten
Ausländerbeiratsmitgliedern besetzt wird, mag einen Versuch wert
sein. Wenn allerdings auch in einem solchen Ausschuss mehr als die Hälfte
der gewählten Migrantinnen und Migranten fehlen, handelt es sich
um eine Innenschau des Rates. Diese Arbeit wird im Ausschuss für
Soziales und Migration bereits geleistet und zwar durchaus erfolgreich.
6. Drittes Familienzentrum im Gründung
Die landespolitische
Initiative zur Gründung sog. Familienzentren, d.h. Kindergärten
mit zusätzlichen angeboten für Mütter und Familien, Migrantinnen
und Migranten mit breitem Bildungsangebot, kommt gut an. Nunmehr soll
in Brühl-West und Heide ein drittes Familienzentrum gegründet
werden. Hiermit werden Lehren aus der Erkenntnis gezogen, dass bereits
im Kindergartenbereich die entscheidenden Weichen für die Bildungschancen
gelegt werden, weshalb Sprachförderungskurse unverzichtbarer Bestandteil
dieser Familienzentren sind.
7. Bahnhosumgestltung

Möglicherweise
bietet sich für Brühl die Chance, mit Sondermitteln des Bundes
für die 33 Weltkulturerbestätten den Brühler Bahnhof endlich
benutzerfreundlich umzugestalten. Hierzu gehören Aufzüge zu
den Bahnsteigen, die die DB der Stadt bislang verweigert.
Eine
Forderung des Landeskonservators ist es, die Bushaltestelle vor dem Bahnhofsgebäude
zu verlagern, damit eine ungetrübte Sicht der Achse zwischen Schloss
und Bahnhofgebäudes hergestellt wird.
Der Landeskonservator
bevorzugt die Verlagerung der Bushaltestelle in Richtung Comesstrasse.
Der alte Baumbestand wäre gefährdet. Zusätzlich müssten
die Busgäste den weg bis zu den Bahnsteigen, also ca. 100 m, zurücklegen.
Diese Nachteile haben den Planungsausschuss bewogen, die städtische
Vatiante zu bevorzugen. Demnach sollen die Busse vor der Fahrradstation
halten. Dies bedingt den Bau einer Busstation, eines neuen Kiosks mit
WC-Anlage.
Die FDP
fordert darüber hinaus den Bau von Stellplätzen für Kurzzeitparker
vor dem Eingang zu den Bahnsteigen, um ein schnelles Be- und Entladen
von Zubringerfahrzeugen zu gewährleisten. Dies ist bis heute legal
nicht möglich, auch wenn die Halteverbotsschilder ständig ignoriert
werden.
Dennoch
bleibt überhaupt abzuwarten, ob die mehrfach überzeichneten
Mittel des Bundes teilweise nach Brühl fließen werden. Das
Kapitel bleibt spannend.
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