Mitteilung der FDP-Fraktion vom 20.12.2008
Rede
zum Haushaltsentwurf 2009
(Jochem Pitz, Fraktionsvorsitzender)
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren, Da mein Kollege
Hans Theo Klug die Eckpunkte des Haushalts und der Arbeit der CDU / FDP
Koalition der letzten fünf Jahre nochmals aufgezeigt hat möchte
ich Sie nicht mit Wiederholungen aufhalten.
Nach
fünfjähriger Kollation von CDU und FDP ist der letzte Haushaltsentwurf
dieser Legislaturperiode offenkundig so überzeugend, dass gerade
einmal sechs Anträge im Haushalt im Hauptausschuss beraten werden
mussten. Davon gehen 2 auf das Konto der FDP. Bei so viel eitlem Sonnenschein
scheint die Arbeit der CDU / FDP Koalition ja so schlecht nicht zu sein
und kann somit bedenkenlos über die kommende Wahl hinaus fortgesetzt
werden.
Sicherlich,
der Haushalt schließt mit einem Defizit von Voraussichtlich 3.8
Mill. €. Dies ist ärgerlich, aber es sind immerhin 6 Mill.€
weniger als das eingeplante Defizit vor 3 Jahren. Immerhin ist das aktuelle
Defizit weitgehend durch die Überschüsse der letzten beiden
Jahre gedeckt.
Der Reduzierung
des zu kameralen Zeiten sogenannten strukturellen Defizits dienen im nächstem
Jahr die Wiedereingliederung des Abwasserbetriebs und die Ausgliederung
des städt. Betriebshofes zu den Stadtwerken. Die Schließung
mehrer Übergangsheime reduziert die Kosten ebenso wie die zunehmende
Übertragung der Schlüsselgewalt unserer Sportstätten an
die Vereine. Der Personalabbau hat in den letzten 8 Jahren Einsparungen
i.H.v. 2 Mill. € erbracht, allerdings kommen auf die Stadt Mehrbelastungen
infolge neuer Arbeitszeitvorschriften und des Kibiz zu, die die früheren
Einsparungen annähernd auffressen. Aber wo ständen wir, wenn
wir die teils auch schmerzhaften Einschnitte nicht vollzogen hätten?
Und wo ginge der Zug hin, wenn allen auch verständlichen Wünschen
nachgegeben würde ?
Sehr
geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren!
Wo ständen wir ohne das Krups-Gutachten, das sicherlich umstrittene
Ergebnisse geliefert hat, aber Ausgangspunkt und Initialzündung für
einen gemeinsam getragenen Sparwillen war. Erst die Empfehlung betriebsbedingter
Kündigungen und das Mahnen nach betriebswirtschaftlicher Handlungsweise
hat allen den Ernst der Lage verdeutlicht und die erforderlichen Kompromisse
möglich gemacht.
Als nächsten
Schritt zur Umsetzung der Krups-Empfehlungen gilt es, die städtischen
Immobilien auf das notwendige Maß zu konzentrieren, also z.B. für
die Stadtbilbliothek eine neue Bleiben zu suchen. Die derzeitige räumliche
Trennung der Erwachsenen - und der Kinderbücherei führt weiterhin
zu unnötig hohen Personalkosten Die FDP Fraktion präferiert
daher den Abriß des Neubauteils des Rathauses B und die Errichtung
neuer moderner Räume an gleicher Stelle für die Bürgerberatung,
die Bibliothek und für die Beratungsstelle der Stadtwerke. Auch dies
wird erstmal Geld kosten, dient aber langfristig der Zukunftssicherung
unserer Stadt und der Konsolidierung des Haushalts.
Sehr
geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren! Vielleicht
haben Sie die aktuelle Diskussion zum Notstand in vielen nordrhein-westfälischen
Kommunen mitverfolgt. Die Städte Oberhausen und Duisburg stehen kurz
vor dem Bankrott. Der Sanierungsrückstau für alle Schulen in
Deutschland wird allein auf 73 Mill. € geschätzt.
Im Gegensatz
hierzu hat die Brühler CDU/FDP Koalition trotz des Sparzwangs die
erforderlichen Investitionen zur Zukunftssicherung der Schulen nicht vernachläßigt.
2o Millionen € haben wir in Schulbauten investiert. In Brühl
brauchen keine Schüler wie in Berlin ihre Schule mit Bauhelmen oder
mit dicken Pullovern betreten, weil die marode Heizung nur noch Raumtemperaturen
von 13 Grad schafft. In Brühl werden aktuell neue Turnhallen in Vochem
und für das Max Ernst Gymnasium sowie der 5 Mill. € teure Erweiterungsbau
für die Erich-Kästner Realschule gebaut, nachdem wir den gleichteuren
Bau für unsere Clemens August Schule gerade einweihen konnten. Das
Schlossparkstadion wird saniert, das Jugendzentrum erweitert und derBau
des BTV Sportzentrums unterstützt. Brühl profitiert vom Bau
des Max Ernst Museums und hat seinen Ruf als Kulturstadt der Region gefestigt.
Allen
Bedenken zum Trotz hat die Giesler Galerie Erfolg. Erst jüngst wurde
bestätigt, dass die erhoffte Kaufkraftbindung für Brühl
erreicht werden konnte. Im Umfeld des Einkaufszentrums wird kräftig
investiert. Die Leerstände sind zu vernachlässigen, wenn man
unsere Innenstadt mit den Zentren anderer Städte vergleicht, wo Ladenlokale
in ganzen Straßenzügen leerstehen. CDU und FDP haben im Gegensatz
zur bVb eben nicht kurzfristig vor der Wahl darauf geschielt, ob man vielleicht
mehr Stimmen bekommt, wenn man sich dem scheinbaren Druck sogenannter
Leserbriefe beugt. CDU und FDP haben zu ihrer Überzeugung, mit der
Giesler Galerie die richtige Entscheidung getroffen zu haben, öffentlich
gestanden.
Genauso
halten wir es mit der Unterstützung der Erweiterungspläne des
Phantasialandes. Wir werden wieder nicht wie die bVb vor der Wahl umfallen,
weil ein Leserbriefschreiber ihren Unmut geäußert haben. Wir
setzen uns aktiv für die Standortsicherung dieses für Brühl
so wichtigen Wirtschaftsbetriebes jenseits der B 51 ein, weil es eben
keine Alternativen, jedenfalls keine politisch durchsetzbaren Alternativen
gibt.
Keine
Alternative hat die Stadt, sich in den nächsten Jahren mit den Auswirkungen
des demographischen Faktors auseinanderzusetzen. Zum einen müssen
wir weiter um junge Familien werben und kostengünstigen Baugrund
zur Verfügung stellen. Ob dies durch die Verdichtung vorhandener
Baugebiete oder durch die Schaffung neuer geschehen muss, werden wir sehen.
Zum anderen müssen wir uns auf die zunehmende Alterung unserer Bevölkerung
auseinandersetzen. Dazu soll die seitens der FDP beantragte Seniorenkonferenz
und ggf. der zu gründende Seniorenbeirat dienen, damit sich unsere
Bürgerinnen und Bürger auch im Alter in unserer Stadt wohlfühlen.
Mit zahlreichen
Themen werden sich die die Seniorenkonferenz und der Stadtrat zu beschäftigen
haben. Dazu zählen die ausreichende Versorgung mit altersgerechtem
Wohnraum, mit Altersheimen, Kurz- und Langzeitpflegeplätzen, aber
auch eine seniorengerechte Stadtgestaltung. Erst letzte Woche schlug Landrat
Dr. Stump die Beteiligung des Kreises an einer Seniorenakademie vor, deren
Standort noch nicht benannt ist. Unsere Vereine sind auf das ehrenamtliche
Engagement unserer Senioren und Seniorinnen angewiesen. Die FDP spricht
sich daher nachdrücklich für die Aufwertung und gesteigerte
Wertschätzung ehrenamtlicher Arbeit von jung und alt in unserer Stadt
aus.
Aber
auch der Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Verwaltung
gilt unser Dank und unsere Anerkennung. Die FDP Fraktion wünscht
ihnen und ihren Familien ein friedliches Weihnachtsfest und ein gesundes
und frohes neues Jahr.
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