Mitteilung der FDP-Fraktion vom 11.09.2008
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September 2008
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1.
Fachhochschulgerangel
Der
Rat der Stadt Brühl hat auf Antrag der FDP-Fraktion den Bürgermeister
beauftragt, dass die Stadt sich für die Ansiedlung einer neu zu gründenden
landeseigenen Fachhochschule oder eines Fachhochschul-Instituts bewerben
sollte. Auch die Stadt Kerpen plante zu dieser Zeit eine eigenständige
Bewerbung, nach dem Brühler Ratsbeschluss meldeten aber auch Erftstadt
und Wesseling Interesse an. Da alle Bewerber die gleichen Chancen erhalten
sollen, sprach dies aus Sicht der FDP-Fraktion nicht gegen eine eigenständige
Bewerbung Brühls, um sich weiter als Bildungszentrum der Region zu
profilieren.
Landrat
Dr. Stump kam nunmehr auf die Idee, dass alle Städte in einer Bewerbung
des Rhein- Erftkreises zusammengefasst werden sollten, um sich nach dem
Zuschlag über den tatsächlichen Standort der Fachhochschule im
Kreistag zu verständigen, d.h. wie die Kesselflicker zu streiten.
CDU Bürgermeister Kreuzberg konnte dem aufgebauten Druck des Landrates,
gleichfalls CDU, nicht widerstehen und fügte sich. Die FDP-Fraktion
würde es nunmehr mehr als überraschen, wenn bei dieser Konstellation
der Rhein-Erft-Kreis oder gar die Stadt Brühl überhaupt den Zuschlag
erhalten würde. Dies gilt um so mehr, als sich der Rhein Erft Kreis
direkt um eine ganze, komplette Fachhochschule mit über 2.500 Studienplätzen
statt für ein räumlich überschaubares Institut beworben
hat.
2. Erste
Beben des Demographie-Faktors
Die
Deutschen werden immer weniger und immer älter. Der Bevölkerungsrückgang,
dies ist unstreitig, wird sich in den Regionen sehr unterschiedlich auswirken.
Alle Prognosen bescheinigen dem Rheinland auf Grund dessen Lage und Attraktivität
sogar einen leichten Zuwachs bzw. eine Stagnation. Daher überrascht
die Auffassung einiger Fachleute , die Bevölkerung Brühls sinke
um ca. 2 %, weil in Brühl zu wenig Neubaugebiete ausgewiesen seien.
Brühl
als kleinste Flächengemeinde des Rhein-Erftkreises hat allerdings
nur noch wenige Reserveflächen, allerdings 377 füllbare Baulücken.
Ob nun verstärkt weitere Baugebiete insbesondere zwischen Schwadorf
und der Gesamtschule ausgewiesen werden sollen, muss diskutiert werden.
Auch Freiflächen prägen den Charakter einer Stadt.
Andererseits muss Brühl für junge Familien Bauland vorhalten,
auch um einer Überalterung der Bevölkerung entgegen zu steuern.
Andere
Stimmen meinen, die Prognosen seien unzutreffend, weil Brühl die attraktivste
Stadt der Umgebung sei und die ältere Bevölkerung zwar zurück
in die Städte dränge (sog. zweite Landflucht), Brühl jedoch
hierfür attraktiv genug sei. Sicherlich ist auch verstärkt an
den Bau von Mehrfamilienhäusern, beispielhaft an sog. Mehrgenerationenhäuser
oder barierefreie Wohngebäude, zu denken. Investoren müssen hierfür
jedoch gefunden werden, zumal offenbar ein großer Markt für
Einfamilienhäuser, nicht aber für Mehrfamilienhäuser in
Brühl besteht.
3. St.
Franziskusschule: Der Fluch der guten Tat
Die Stadt
Brühl hat mit einem enormen Kraftakt, der über 10 Millionen Euro
gekostet hat, 5 der 6 Grundschulen sowie die Hauptschule zu Ganztageseinrichtungen
erweitert. Die St. Franziskusschule hat Gruppenräume für 5 Klassen
erhalten, wobei noch während der Bauphase Unklarheit bestand, ob auch
genügend Kinder für 5 Ganztagesklassen vorhanden waren. Mit Beginn
des Schuljahres 2008 / 2009 meldeten sich auch zur Überraschung der
Schulleitung sogar so viele Kinder an, dass eine sechste Gruppe hätte
eingerichtet werden können. Hierfür war nun kein Platz mehr da,
weshalb die Stadt unkompliziert anbot, einen zusätzlichen Pavillon
aufzustellen und den weiteren Bedarf im nächsten Frühjahr abzuwarten.
Der erstellte Neubau ist so vorbereitet, dass er aufgestockt werden kann.
Da die
Herrichtung eines Platzes am Rande des Schulhofes über 100.000 Euro
gekostet hätte, entschied man sich für die Beanspruchung des
Schulhofes. Dort steht der Pavillon sicherlich nicht ideal, ein Pavillon
ist sicherlich auch nicht schön. Dennoch: Im Jahr 2009 / 2010 könnte
der Bedarf auch angesichts rückläufiger Schülerzahlen wieder
auf 5 Gruppen reduziert werden und der Pavillion wieder abgebaut werden.
Es ist nur vernünftig, diese Entwicklung abzuwarten, statt, wie die
bVb, übereilt schon die Aufstockung des Neubaus einzufordern.
4. Projekt
in Vochem auf gutem Weg
Jahrelang
konzentrierten sich die städtebaulichen Planungen auf die Innenstadt.
Frühzeitig hatte die FDP-Fraktion schon gefordert, nunmehr auch die
Stadtteile und hier insbesondere Vochem einzubeziehen. Gerade im unteren
Teil Vochems um den Thüringer Platz sind die städtebaulichen
Defizite offensichtlich. Hinzu kommen die Konzentration der GeBauSie-Wohnungen
und die Probleme auf Grund der dortigen Bevölkerungsstruktur. Die
Chancen stehen gut, dass der Stadtteil mit Hilfe erheblicher Landesmittel
fit für die Zukunft gemacht werden kann. Es gilt, die Daumen
drücken!!!
5. Keine
Konkurrenz für die Giesler-Galerie im Brühler Osten
Weniger
ist mehr. An diesen weisen Spruch hätten sich auch der Geschäftsführer
der Brühler Stadtwerke und deren Aufsichtsratsvorsitzender halten
sollen, als in einem Interview über neue Entwicklungen in Brühl
Ost spekulierten. Richtig ist, dass ein Investor die schon vorhandenen
Einzelhandelsflächen Extra-Markt und Praktiker-Markt erworben hat
und plant, möglichst viele Grundstücke des gesamten Blocks zu
erwerben. Es soll neben den schon vorhandenen Betrieben ein großes
Gartencenter errichtet werden. Ein Gartencenter ist jedoch kein Fachmarktzentrum,
denn dies wurde in der Innenstadt erfolgreich durch den Bau der Giesler-Galerie
verwirklicht.
Richtig
ist auch, dass dieser Investor gegenüber den Stadtwerken Interesse
bekundet hat, deren Gelände wie auch den Betriebshof dazu zu erwerben.
Selbst wenn die Stadtwerke sodann auf das freie Gelände am ehemaligen
Zuckerfabriksgelände angesiedelt würden, was so ungewiss ist
wie das Wetter in zwei Wochen, braucht dies nicht nachteilig sein. Die
Anwohnerinnen und Anwohner des Zuckerfabrik-Geländes wussten bei Erwerb
ihres Hauses, dass die jetzt vorhandene Freifläche als Gewerbefläche
ausgewiesen ist. Eine Wohnbebauung ist dort nicht möglich, weil andernfalls
die vorhandenen Industriebetriebe in ihrer Entwicklungsmöglichkeit
beeinträchtigt wären.
Richtig
ist aber auch, dass durch das vage Interesse des Investors leider
Investitionsentscheidungen der Stadtwerke auf Eis liegen. So sollen die
Stadtwerke und die GeBauSie in einem Gebäude gebündelt werden,
um Synergieeffekte zu heben. So lange das Schicksal des jetzigen Geländes
jedoch nicht feststeht, sind die schon geplanten Arbeiten verschoben.
6. Brühler
Sport im Aufwind
Das
BTV-Sportzentrum wächst, der BTV sowie auch das Max Ernst Gymnasium,
das die große Sporthalle als seit Jahren schmerzlich vermisste Turnhalle
nutzen will, fiebern der Eröffnung entgegen. Das größte
Sportzentrum im Rhein-Erftkreis muss auch vernünftig durch eine Buslinie
angebunden werden. Hierfür sprachen sich bis auf die bVb in einer
ersten Beratungsrunde alle Fraktionen aus. Der Umstand, dass sich ohnehin
immer besorgte Anwohner explizit gegen die Einrichtung einer Buslinie wehren,
ist aber auch für Brühl ein Novum.
7. Phantasialand
quo vadis?
Bekanntlich
unterstützen FDP und CDU aber auch bislang die SPD die Erweiterungspläne
des Phantasialandes. Über eine Teilerweiterung von 14 ha wird der
Regionalrat am 19. September 2008 entscheiden. Derzeit sieht es nach einer
mehrheitlichen Unterstützung dieser Pläne aus. Dafür hagelte
es dem Phantasialand unerwartet ins Kontor, als das dem Umweltminister
unterstellte Forstamt plötzlich erklärte, ein Verkauf der Waldflächen
an das Phantasialand komme nicht in Betracht. Die Spekulationen sind mannigfaltig,
worauf der plötzliche und unangekündigte Widerstand des Forstamtes
beruht. Letztlich wird auch hier die Politik entscheiden müssen, ob
ein erfolgreiches mittelständisches Familienunternehmen eine gesicherte
Zukunft haben darf.
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