Fraktions-Mitteilung

Mitteilung der FDP-Fraktion vom 17.12.2007

Brühler FDP kritisiert Wendemanöver der bVb zum Phantasialand

Die Brühler Bürgervereinigung (bVb), so konnte man der Tagespresse entnehmen, lehnt ab sofort die Erweiterungspläne des Phantasialandes nach Westen in das Waldgebiet ab. Damit verlässt die bVb den bislang breiten Konsens im Brühler Stadtrat zwischen ihr, CDU, FDP und SPD.

„Dieses Wendemanöver der bVb hat rein wahlkampftaktische Gründe“, kritisiert  FDP Fraktionsvorsitzender Jochem Pitz: „Das Strickmuster der bVb ist hinlänglich bekannt. Auch im letzten Wahlkampf ist die bVb von den Plänen zur Giesler Galerie abgesprungen, um sich von CDU und FDP abzusetzen.“ Keineswegs habe die bVb ihre Liebe zur Natur entdeckt, sondern, wie die bVb selbst einräume, die Serie besorgter Leserbriefe in der Tagespresse.“
„Denn noch vor wenigen Monaten hat die bVb der positiven Stellungnahme des Bürgermeisters gegenüber der Bezirksregierung zu den Erweiterungsplänen des Freizeitparks uneingeschränkt zugestimmt“, so Pitz: „Im Februar verteidigte die bVb vehement die Pläne in einer Pressemitteilung ( die man auch heute noch auf der Homepage der bVb nachlesen kann) und hob hervor, dass sie für die West- und auf keinen Fall für eine Osterweiterung zur Wohnbebauung hin, eintrete.“
Besonders kritisiert die FDP-Fraktion, dass sich gerade die bVb anlässlich des Mediationsverfahrens jeglicher moderaten Erweiterung in östlicher Richtung kategorisch verschlossen und den Badorfern versprochen habe, für sie gehe, so wörtlich, „der Mensch vor der Natur“. Für den Beschluss des Rates, das Phantasialand dürfe sich nur in Richtung Westen erweitern, ließ sich die bVb noch feiern. 
Pitz: „Die Brühler Bevölkerung und die Brühler Wirtschaft brauchen eine verlässliche Politik. Dieses Anrecht hat auch das Phantasialand, das seine Planung nur aufgrund der politischen Vorgaben, an denen die bVb beteiligt war, schließlich nach Westen in Richtung Wald ausgerichtet hat. Wenn die bVb jetzt den Freizeitpark nach 7 Jahren Planungszeit aus offenkundig populistischen Gründen im Stich läßt, stellt dies das Gegenteil von verlässlicher Politik und einen klaren Vertrauensbruch dar.“
Abwegig sei, so die FDP-Fraktion, auch die weitere Begründung der bVb, zusätzliche Arbeitsplätze habe das Phantasialand bis heute nicht verbindlich zugesagt.  Die FDP Fraktion fragt: “Glaubt die bVb, die von ihr kritisierten Bühnen, Hallen und Hotels bewirtschafteten sich von selbst?“
Die 100 %ige Kehrtwende der bVb ist, so die FDP-Fraktion, unverantwortlich und gefährdet nicht nur die versprochenen, zusätzlichen, sondern auch die bestehenden Arbeitsplätze des Unternehmens. Der Freizeitpark benötigt, um konkurrenzfähig zu bleiben, Erweiterungsflächen. Jedes Unternehmen, das keine Zukunftsperspektive hat, muss um seinen Bestand und nicht nur um seine Vergrößerung fürchten. Natürlich verzichtet die bVb angesichts der Vorgeschichte, um sich nicht vollends unglaubwürdig zu machen, darauf, alternative Erweiterungsflächen zu benennen. Es bliebe nämlich nur der Ausbau des Parks Richtung Wohnbebauung.

Die FDP- Fraktion befürwortet dagegen weiter die derzeit seitens des Regionalrates zu prüfenden Erweiterungsflächen, weil keine politisch durchsetzbaren Alternativflächen zur Verfügung stehen. „Der Eingriff in die keineswegs ursprüngliche, sondern rekultivierte Natur ist schwerwiegend, aber seitens des Freizeitparks durch aufzuforstende  Flächen zu 100 % auszugleichen. Das Phantasialand mit seinem internationalen Bekanntheitsgrad hat für Brühl überragende Bedeutung, sowohl als Arbeitgeber und Investor, aber auch als Identifikationsfaktor für die Stadt. Die Standortsicherung des Unternehmens hat, so Pitz, für Brühl daher höchste Priorität gegenüber allen, teilweise durchaus nachvollziehbaren Bedenken“.