F.D.P. Die Liberalen in Brühl Fraktions-Mitteilungen
  Mitteilung der FDP-Fraktion vom 14.12.2006

  Newsletter Dezember 2006

  Was gibt es Neues in der Ratspolitik?

Mit unserem „Newsletterservice“ wollen wir Brühler Ratspolitik nicht nur verständlich machen, sondern sie auch zur Diskussion auffordern und bürgernahe Politik verwirklichen. Schicken Sie uns Ihre Anregungen, Kritiken und Standpunkte per E-Mail. Unsere E-Mail Adresse lautet: fdp-fraktion@bruehl.de Wenn Sie an dem regelmäßigen Bezug des Newsletters interessiert sind, bitten wir Sie, uns diesen durch Remail kurz zu bestätigen. Dann erhalten Sie unsere aktuellen Newsletter per E Mail.

1.  Kämmerer Dieter Freytag in denkwürdiger Ratssitzung wiedergewählt

Stattkämmerer Dieter Freytag darf im Februar 2007 seine dritte Wahlperiode bei der Stadt Brühl antreten. Der Rat der Stadt Brühl hat den Kämmerer unverhofft und völlig überraschend in der Ratssitzung vom 30. Oktober 2006 einstimmig mit einer Enthaltung wieder gewählt. Dabei war 1 ½ Stunden vor dieser denkwürdigen Wahl noch mit den Stimmen von Grünen, CDU und FDP beschlossen worden, die Wahl zu vertagen. Einer der Gründe der Vertagung war, dass das Krups-Consultants-Gutachten die Reduzierung der Verwaltungsspitze von 3 auf 2 Dezernenten empfahl und derzeit auch die Position des techn. Beigeordneten vakant ist. Es wäre demnach noch zu beraten gewesen, welche Stelle eingespart werden soll. Jedoch gab es an der Arbeit des Kämmerers auch Kritik, beispielhaft die verzögerte Einbringung der NKF-Haushalte oder die zwischenzeitlich ausgeräumten Mängel bei der städt. Vollstreckungsstelle. 
Auf Frage eines Ratsvertreters hatte der Bürgermeister im Zuge der Vertagung erklärt, durch die Vertagung entstünden der Stadt keine Mehrkosten, auch nicht bei einer verweigerten Wiederwahl. Nach einer Pause musste sich Bürgermeister Kreuzberg dann korrigieren und erklärte, die Stadt müsse doch  Pensionskosten  für die Zukunft bezahlen, sollte der Kämmerer nicht wiedergewählt werden. Dies gab den entscheidenden  Ausschlag, warf aber kein gutes Licht auf die Verwaltung, die den Beschluss vorzubereiten hatte. Auch der Bürgermeister weiß, dass sich so etwas nicht wiederholen sollte. 
 

2. Öffnung der Giesler-Galerie

Am 23.11.2006 war es so weit: Die Giesler-Galerie hat Ihre Tore geöffnet. Jetzt bleibt zu hoffen, dass der erhoffte Kaufkraftzuwachs eintrifft und alle Geschäfte in Brühl hiervon profitieren. 
Jeder soll sich ein eigenes Bild machen, ob die Giesler-Galerie für Brühl eine Bereicherung darstellt. Hiervon waren 2004  CDU und FDP überzeugt, weshalb sie die entscheidenden Weichen zur Verwirklichung des Projekts gestellt haben. 
Lediglich bei der Regelung des Verkehrs vor der Giesler-Galerie Am Stern bestehen Differenzen. Die jetzige Verkehrsführung im Provisorium entspricht der Planung der CDU. Man kann jedoch deutlich beobachten, wie gefährlich als Fußgänger eine Überquerung des Sterns sein kann. Die FDP präferiert nach wie vor eine reine Fußgängerzone quer über den Stern. Der Pkw-Verkehr darf dann den Platz nicht mehr kreuzen. 
 

3. Standortsicherung Phantasialand

Seit 1999 beschäftigt die Politik die Standortsicherung des Phantasialandes. Die Mehrheit der Parteien schließt eine Erweiterung des Freizeitparks Richtung Osten, also Richtung Badorf aus. Die Planung sah die Nutzung des Naturschutzgebietes und der Waldfläche rechts von der B 51 vor. Nun ist diese Planung weiter gediehen. Die Bezirksregierung schließt jedoch jegliche Einbeziehung von Naturschutzflächen und solchen Naturflächen, auf denen geschützte Arten wachsen, aus. Aus der benötigten Fläche von 30 ha verblieben auf Grund des Vortrags der    Bezirksregierung noch 14 ha. Diese Beschneidung lehnt das Phantasialand ab, weil die Zukunftspläne nicht zu verwirklichen sind. Jetzt wird eine Alternative, ca. 16 ha große Fläche in den Wald hinein rechts von der B 51 untersucht.
Nach Auffassung der FDP-Fraktion gilt es, das bekannteste Unternehmen Brühl zu halten einschließlich der vielen Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Wenn dem Freizeitpark jedoch keine zukunftssichere Perspektive geboten wird, kann der Zug abgefahren sein.

4. Abwassergebühren und Müllgebühren steigen

Nach jahrelanger Ruhe auf der Gebührenfront sieht sich die Verwaltung gezwungen, eine Steigerung der Müllgebühren um 5 %, der Abwassergebühren um 6 % und der Biotonne um 25 %  vorzuschlagen. Die letztere drastische Erhöhung folgt aus dem Umstand, dass der Kreis seinerseits die Gebühr für die Entsorgung als zuständiger Träger derart erhöht hat. Im übrigen beruhen die Erhöhungen auf der Steigerung der Mehrwertsteuer und auf allgemeinen Kostenfaktoren. Dennoch sind die Müllgebühren im Verhältnis zu anderen Kommunen  noch günstig.

5. Krups-Consultants

Der Rat hat in seiner Sitzung vom 30. Oktober 2006 mehrheitlich beschlossen, weiter über die Vorschläge von Krups-Consultants zu beraten und nur dann umzusetzen, wenn sie sinnhaft und wirtschaftlich darstellbar sind. Allerdings verzögert sich der Umsetzungsprozess schon deshalb, weil Krups-Consultants für die Begleitung der Umsetzung erhebliche Honorarforderungen stellt  und der Rat solche Mittel erst einmal bereitstellen muss.

6. Max Ernst Museum

Eine weitere Schlagzeile schreckte die Brühler Bürgerschaft auf. Demnach will die Stadt ihren „Drittel-Anteil“ am Max Ernst Museum dem Landschaftsverband übertragen, so dass der Landschaftsverband das Museum alleine zusammen mit der Kreissparkasse führen wird. Damit wären für die Stadt durchaus Vorteile verbunden: Die Stadt bräuchte die Risiken des Museumsbetriebs nicht übernehmen, der nach den Vorstellungen des Landschaftsverbandes „Weltniveau“ haben müsse. Um solches Niveau zu erreichen, müssen beispielhaft teure und aufwendige Wechselausstellungen durchgeführt werden, die zunächst jahrelang geplant werden und erhebliche Anlaufkosten erfordern. Wenn eine solche Ausstellung kein Erfolg  wird, wäre die Stadt an den finanziellen Risiken zu einem Drittel beteiligt.
Durch das Engagement der Stadt ist es erreicht, dass Brühl ein schönes Museum mit erheblicher Anziehungskraft beherbergt. Dieses Museum kann der Stadt niemand mehr nehmen, weshalb es letztlich egal ist, wer den Museumsbetrieb verantwortet. Daher hätte eine Übertragung des Museums an den Landschaftsverband fast durchweg Vorteile. Es verbleibt natürlich die offene Frage, wie man mit dem Veranstaltungssaal verfährt. Die Stadt nutzt diesen Veranstaltungssaal für zahlreiche kulturelle Veranstaltungen. Zu diesem Zweck ist der Saal auch gefördert worden, weshalb der Stadt und ihrer Bevölkerung dieser Saal zur Eigennutzung erhalten bleiben sollte. 
 

7. Stadtteilplanung

In den letzten 7 Jahren konzentrierte sich die Stadtplanung auf die Innenstadt. Zahlreiche Projekte wurden nun erfolgreich abgeschlossen, so der Museumsbau, der Bau des Franziskanerhofs und der Giesler-Galerie. Ferner wurde für die Innenstadt eine sog. Rahmenplanung erstellt, um auch in den nächsten Jahrzehnten einen Leitfaden für die Entwicklung der Innenstadt zu erhalten.
Nach Ansicht der FDP-Fraktion muss sich jedoch nunmehr auch wieder auf die Stadtteile konzentriert werden, um die Lebensqualität der gesamten Stadt zu erhalten und auszubauen. Eine nicht unwesentliche Rolle spielt hierbei der demographische Faktor. Anerkannt ist, dass bei Bevölkerungsrückgang zunächst die am Rande einer Siedlung liegenden Stadtteile betroffen sind. Dies gilt auch im Hinblick auf die Überalterung der Bevölkerung, die sich nicht mehr abwenden lässt.
Es gilt auch  Gettos zu vermeiden. Es muss auf eine ausgewogene Bevölkerungsstruktur geachtet werden, so beispielhaft in Vochem.   Neue Wohngebiete im Brühler Süden müssen in die Nahversorgung und in die Infrastruktur der Stadt eingegliedert werden, woran es beispielhaft in Badorf noch mangelt. Schließlich sind  auch die Stadtteile von erheblichen Verkehrsproblemen betroffen. 
Daher soll entsprechend eines Antrags der FDP-Fraktion Brühl sukzessive überplant werden bei Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger der jeweiligen Stadtteile.

 

[Home] [Aktuell] [Partei] [P.-Mittlg.] [Fraktion] [F.-Mittlg.] [Presse] [Links] [Kontakt] [© Spoint]